Die Benutzung von Notensatzprogrammen durch blinde Musiker wird erschwert durch den
Umstand, dass Noten i.d.R. durch besondere Schriftfonts dargestellt werden, die durch die
üblichen Screenreader-Programmen kaum interpretiert werden können. Das gilt auch für
capella.
Andererseits bringt capella durch seine Art der Noteneingabe über die Computer-Tastatur
gute Voraussetzungen mit, Notensatz am Computer auch für Blinde benutzbar zu machen. Nachdem
die Tagung DaCapo, International Symposium on Braille
Music Notes (13.-14.11.2008 in Leipzig), das Problembewusstsein auf Seiten der capella-
Entwicklung geweckt und präzisiert hat, habe ich als capella-Entwickler nun diese Webseite
eingerichtet. Sie soll mit geringstmöglichem Aufwand der Kommunikation mit blinden Notensatz-Nutzern
dienen und insbesondere über Neuigkeiten bei der Unterstützung blinder Benutzer durch
capella-Skripten oder capella-Weiterentwicklungen informieren.
Diese Webseite wird gepflegt von Bernd Jungmann, freier Softwareentwickler bei capella-software.
capella-Neuigkeiten
9.12.2008: Stepup 6.0-13 ist erschienen und kann hier
heruntergeladen werden. Für Blinde besonders interessant:
1. Wo bin ich?
Download Dokumentation
Kurzbeschreibung:
Das Skript ist ein "internes" capella-Skript und kann deshalb auch mit der
Demo-Version von capella betrieben werden.
Das Skript zeigt ein Fenster mit
einem Edit-Feld, in dem das Notenobjekt an der
Cursor-Position beschrieben ist. Diese
Beschreibung kann über einen Screen-Reader
auf der Braille-Zeile ausgegeben oder laut
vorglesen werden. Auch an das Notenobjekt angehängte Grafik-Objekte werden angezeigt,
jedoch (noch) keine Liedtextsilben. Es wird (noch) keine Braille-Darstellung ausgegeben.
Es ist unabhängig von Cursor_Location entstanden und
hat einen ähnlichen Anwendungsbereich.
Autor: Bernd Jungmann (in Zusammenarbeit mit Erich Schmid, Wien)
2. Braille-view
Download
Kurzbeschreibung:
Das Skript ist ein "externes" capella-Skript und kann deshalb nur mit der
Voll-Version von capella betrieben werden.
Dieses Skript gibt eine capella-Partitur
als Braille-Ascii-Datei aus, ohne Abkürzungsregeln anzuwenden. Dieses Skript ist bereits im Jahr
2004 von Hartmut Ring geschrieben worden, und bis Ende 2005 von Paul Villiger weiterentwickelt worden.
3. Braille-view-control
Download
Kurzbeschreibung:
Das Skript ist ein "externes" capella-Skript und kann deshalb nur mit der
Voll-Version von capella betrieben werden.
Skript zum Konfigurieren und starten von Braille-View.
Optionen Speicherort der Braille-Dateien:
- im Partiturverzeichnis
- im Unterverzeichnis "Braille"
- in einem beliebigen Zielverzeichnis
Nach der Auswahl wird Braille-View gestartet, ausser bei der Auswahl
des Zielverzeichnisses.
Es besteht auch die Möglichkeit ein ganzes Verzeichnis zu übersetzen.
Autor: Paul Villiger
4. braille-view-window
Download
Kurzbeschreibung:
Das Skript ist ein "externes" capella-Skript und kann deshalb nur mit der
Voll-Version von capella betrieben werden.
Dieses Skript ist aus braille-view abgeleitet. Es gibt die Braille-Übersetzung der
capella-Stimme aus der capella-Zeile, in der der Cursor gerade steht, in einem neuen Textfenster aus,
so dass sie direkt auf einer Braille-Zeile ertastet werden kann.
Falls Liedtextstrophen zu der Stimme gehören, werden sie in entsprechenden weiteren Zeilen des Textfensters
dargestellt.
Korrektur 21.12.08: An die Seite gebundener Text (Titel, Komponist etc.) wird nicht mehr ausgegeben.
Korrektur 8.4.09: Anzeige der Stimmennummer korrigiert (bisher wurde immer Stimme 1 angezeigt,
obwohl der richtige Inhalt der per Cursor ausgewählten Stimme gezeigt wurde)
Autor: Bernd Jungmann
5. Cursor_Location
Download
Das Skript ist ein "internes" capella-Skript und kann deshalb auch mit der
Demo-Version von capella betrieben werden.
Das Skript zeigt ein Textfenster in Großschrift, in dem das Notenobjekt an der
Cursor-Position beschrieben ist. Diese Beschreibung kann auch über einen Screen-Reader
auf der Braille-Zeile ausgegeben oder laut vorglesen werden. Es ist unabhängig von
Wo bin ich? entstanden und hat einen ähnlichen Anwendungsbereich.
Autor: Paul Villiger